Der amerikanische Schriftsteller Henry Miller beschrieb: „Ein Theaterstück, selbst ein zorniges, ist unter anderem immer auch ein Liebesbrief, gerichtet an die Welt, von der sehnsüchtig eine liebevolle Antwort erhofft wird.“ Wir wünschen viel Vergnügen mit der Vielzahl an Liebesbriefen im Herbst/Winter 2022!

Moritz Schell
Moritz Schell

Der große Diktator. Kammerspiele.

Den Übergang vom Stumm- zum Tonfilm meisterte Charlie Chaplin im Jahr 1940 mit einem fulminanten Werk, das die New York Times als den „vielleicht wichtigsten Film, der je hervorgebracht wurde“, bezeichnete. Während die Welt den Atem anhielt angesichts der Gräueltaten des Zweiten Weltkriegs, wagte es Charlie Chaplin, die Geschehnisse zu karikieren. Er spielt in dieser äußerst klugen Satire eine Doppelrolle: den tomanischen Diktator Anton Hynkel und einen jüdischen Barbier. Es kommt zu einer abenteuerlichen Verwechslung beider Protagonisten, die dazu führt, dass der namenlose einfache Mann am Ende des Films im Gewand des Führers vor dessen Anhängerschaft tritt und in einer berührenden Rede zum Schluss kommt:

„Ohne Menschlichkeit und Nächstenliebe ist unser Dasein nicht lebenswert.“ Der Film wurde trotz Verboten und Skepsis zu Chaplins größtem Erfolg. In der Bühnenfassung von Dominic Oley tritt Alexander Pschill in die Fußstapfen des legendären Komikers. Matthias Franz Stein,

Daniela Golpashin und Siegfried Walther verkörpern weitere wichtige Rollen in dieser

gewitzten Erzählung, deren Botschaft immerwährend bleibt.   

Horn, Ruhrtriennale
Horn, Ruhrtriennale

DAS WEITE LAND. AKADEMIETHEATER.

In Arthur Schnitzlers Tragikomödie verbreitet der Fabrikant Friedrich Hofreiter Unheil aus innerem Zwang. Er muss, weil er nicht lieben kann, und ruft damit die Katastrophe herbei. 

Mit scharfem Blick seziert Schnitzler eine Gesellschaft, deren Expansionsdrang und Sucht nach Vergnügen zuvorderst stehen: Freundschaften dienen den Geschäftsbeziehungen und zur Befriedigung erotischer Sehnsüchte werden Hotelketten in die kahle Felsenlandschaft der Dolomiten gestellt. Dabei wirken Hofreiters Glühbirnen wie der ironische Kommentar einer vermeintlich aufgeklärten und hellen Welt. Die Gespräche der privilegierten Gesellschaft über Seitensprünge und Liebesabenteuer werden zu Seismographen einer Katastrophe, die nicht mehr aufzuhalten ist.

 

Moritz Schell
Moritz Schell

DER WALD. THEATER IN DER JOSEFSTADT. 

Wo fließen die "echten" Tränen? Auf der Bühne oder im wahren Leben? Der russische Dramatiker Alexander Ostrowskij stellt in seiner 1871 uraufgeführten Komödie zwei zerlumpten russischen Provinzschauspielern eine reiche, hedonistische Gesellschaft gegenüber. Nicht nur die Bretter, die die Welt bedeuten, trennen dabei Schauspieler von angesehener Gesellschaft, sondern auch diametrale Wertvorstellungen. In seinen facettenreichen Figuren vereint Alexander Ostrowskij meisterhaft die Bandbreite menschlicher Eigenschaften und Eigensinnigkeiten und macht so sein Stück zum Abbild der Menschheit.

Zu ihrem sechzigsten Bühnenjubiläum steht Andrea Jonasson, die Grande Dame der Schauspielkunst, endlich wieder auf der Bühne des Theaters in der Josefstadt. An ihrer Seite sind als vagabundierende Schauspieler die beiden Publikumslieblinge Herbert Föttinger und Robert Meyer zu erleben. 

 

 

© Nikolaus Ostermann / Volkstheater
© Nikolaus Ostermann / Volkstheater

 

ENDSPIEL. VOLKSTHEATER. 

Befinden wir uns am Ende der Zeit – oder kurz vor Beginn eines erneuten Anfangs? Eine menschenleere Landschaft mit unendlichem grauen Meer. Und ein Zimmer. Darin ein clowneskes Duo, das feststeckt: Hamm, mit gelähmten Beinen und blind, kommandiert seinen Diener Clov herum. Der kann gehen. Aber eben nicht fliehen. Runde für Runde findet Clov die Türklinke, Runde für Runde droht er den endgültigen Abschied an, ist kurz davor, durch den Türrahmen zu treten – um dann doch zu bleiben. Draußen hat irgendeine finale Katastrophe stattgefunden, drinnen nehmen sich die zwei Übriggebliebenen wieder und wieder aufs Korn: geistreich, intelligent, mit Ernst und Unernst, ohne Ende oder Anfang zu kennen, fassungslos ob der offenbaren Ausweglosigkeit – und der Sinnlosigkeit ihres Daseins. 


Disney
Disney

 

DER GLÖCKNER VON NOTRE DAME. RONACHER. 

Die Erzählung von Quasimodo und der schönen Esmeralda ist weltbekannt. Die Musicalfassung überzeugt mit bewegenden Kirchenchören und Live-Orchester. 

 Nach MARY POPPINS holen die Vereinigten Bühnen Wien eine weitere Disney Erfolgsproduktion ins Ronacher: Disneys DER GLÖCKNER VON NOTRE DAME feiert im Oktober 2022 Österreich-Premiere. Nach dem berühmten Roman von Victor Hugo und basierend auf dem gleichnamigen Disney Film mit großartiger, Oscar-nominierter Filmmusik schuf der legendäre Musicalkomponist und 8-fache Oscar-,11-fache Grammy- und Emmy Award – und Tony-Award-Preisträger Alan Menken (u.a. „Sister Act“ , „Die Schöne und das Biest“, „Pocahontas“) gemeinsam mit dem Liedtexter und dreifachen Oscar-, Golden Globe- und Grammy-Award Preisträger Stephen Schwartz (u.a. „Wicked“, „Verwünscht“ und „Schikaneder“ in Wien) eine faszinierende Musicaladaption des hochemotionalen Stoffes um den Glöckner „Quasimodo“ und die berühmte Kathedrale von Notre Dame.

 

VBW_StefanieJSteindl
VBW_StefanieJSteindl

REBECCA. RAIMUND THEATER. 

Zurück in Wien: Daphne du Mauriers Geschichte als Musical über eine Frau, die sich verliebt, heiratet und von den Erinnerungen an die verstorbene erste Ehefrau verfolgt wird. Die spektakuläre, auf dem weltberühmten Roman von Daphne du Maurier basierende, Produktion ist nach vielen internationalen Stationen in der fesselnden Inszenierung von US-Star-Regisseurin Francesca Zambello nun endlich auch wieder in Wien zu erleben. Romantik, düstere Geheimnisse und unheimliche Spannung. Der weltbekannte Stoff, der bereits in der Kinoversion von Alfred Hitchcock für 11 Oscars nominiert wurde und erst vor kurzem in der Neuverfilmung von Netflix Erfolge feierte, garantiert auch in der legendären Musical-Adaption der Vereinigten Bühnen Wien einen wunderbaren Abend voller Romantik, düsterer Geheimnisse und unheimlicher Spannung.