Duftgeschichte  – Die Düftemacher

Wer setzte Meilensteine im Bereich der neueren Duftgeschichte?

Welche Frauen waren ihrer Zeit stets voraus, welche Männer prägten die Fragrance-History? 

Wer aller schuf sein Kosmetik-Imperium mit Fleiß, Mut zum Risiko und mehr als nur einer Prise Genialität?

AB auf den Spuren der legendären Düftemacher.

 

Text: Doris Springenfels

 

Ein neues Jahrhundert – eine neue Welt. So empfand man es 1900. Die strahlende Belle Epoque prägte das Leben, vor allem in Paris. Tout le monde sah sich die verschwenderische Weltausstellung an, modische, müßige Damen füllten die Cafés, die Lebenskunst hatte einen nie zuvor gesehenen Status erreicht und für die Düftemacher brach das goldene Zeitalter an. Obwohl Kosmetik und Mode traditionell ein eher weibliches Metier sind, war die Parfumherstellung zu dieser Zeit fest in der Hand der Männer. Einer der ersten war Paul Poiret, der in der Belle Epoque des beginnenden 20. Jahrhunderts den Begriff des Couturier Parfums eingeführt hatte. Sein Rosine passte perfekt zum Frauenbild der Zeit – elegant, luxuriös und befreit vom Korsett. Ein weiterer Parfumhersteller, der von sich reden machte, war François Coty, der 1910 als „der“ Parfumeur von Paris galt. Als junger Mann von Korsika aufs Festland Frankreichs übergewechselt, arbeitete Coty ursprünglich als Sekretär eines Politikers. Im Rahmen dieser Tätigkeit lernte er einen Drogisten kennen, der es liebte, Duftstoffe zu mischen und in fantasielosen Apothekerkrügen zu verkaufen. Dieser Beruf erschien Coty so interessant, dass er die Parfumerstellung zu seinem Lebensmittelpunkt machte. Er ging auf Pilgerfahrt nach Grasse, lernte und kultivierte seinen hoch entwickelten Duftsinn. Sein erster Duft bestand aus jenen hundertblättrigen Rosen, die in dieser Zeit en vogue waren, und er nannte ihn La Rose Jacqueminot, nach einem berühmten General. Die Hauptbestandteile des Duftes waren Rosenöl und ein neues Synthetikum, Ionon, das nach Veilchen duftete. Trotz der ausgezeichneten Qualität kam der Duft anfangs nicht so an. Erst als Coty ihn im Warenhaus Le Louvre aus Zorn auf den Boden warf und der Duft sich ausbreitete, schlug er ein. Jeder wollte ihn haben, der erste Marketingstreich der Parfumgeschichte war gelungen. Coty kreierte auch als erster nicht nur für den Adel, sondern versuchte mittels kleinerer, erschwinglicher Flakons auch einen erreichbaren Luxus zu schaffen. Coty arbeitete erst mit Baccarat und dann mit René Lalique zusammen und diese Verbindungen sorgten dafür, dass die Düfte nicht nur die Nasen der Damen erfreuten, sondern auch eine wahre Augenweide waren. 

Parallel zu Coty trat 1912 erstmals ein Mann in Erscheinung, dessen Name ein ganzes Duftimperium repräsentiert, das für erlesene Düfte und feinste Kosmetik bis heute steht: Jacques Guerlain lancierte L’Heure Bleue mit großem Erfolg. 

 

Knesebeck
Knesebeck

Krieg und Frieden 

Der Erste Weltkrieg unterbrach jäh den Höhenflug der Parfumherstellung, doch in den zwanziger Jahren hatte sich alles wieder beruhigt und in Frankreich ging es munter weiter mit der Duftkreation. Jeder große Couturier musste jetzt sein eigenes Parfum haben. Die wichtigste Persönlichkeit dieser neuen Welle war kein Mann, sondern erstmals eine Frau, die die Welt der schönen Dinge – wie Mode, Kosmetik, Duft – aufmischen sollte. Coco Chanel, eigentlich Gabrielle Bonheur Chanel, schaffte aus ärmlichsten Verhältnissen den Weg in den Olymp der Mode und Kosmetik. Mit der finanziellen Hilfe zweier Männer (Etienne Balsans und Paris Arthur „Boy“ Capel) hatte sie ihre ersten Läden bereits vor dem Krieg eröffnet und startete nach diesem mit ihren innovativen Ideen und Konzepten voll durch. Gabrielle Chanel vermittelte der Welt ihre einzigartige Vorstellung von Eleganz: Freiheit, Schlichtheit und Komfort. Ein Stil, der bald alles Frühere verdrängen sollte. Im Sommer 1921 hatte Gabrielle Chanel erstmals die Idee, dass ein Parfum ihre Markenvielfalt noch erweitern würde. Das Projekt war für die damalige Zeit sehr ungewöhnlich, da Modeschöpfer und Parfumeure noch getrennte Wege gingen. Gabrielle wünschte sich in erster Linie einen Duft, der absolut einzigartig sein sollte, einen, der ihre eigene Persönlichkeit widerspiegeln sollte, eine Vielzahl auch widersprüchlicher Facetten umfassen und sinnliche Leidenschaft ausdrücken sollte. Kurz gesagt, sie wollte ein „Parfüm für eine Frau mit dem Duft einer Frau“ schaffen, das luxuriös und unendlich verführerisch wirkt. Dazu brauchte sie einen Parfumeur an ihrer Seite, der ihre Visionen teilte. Sie suchte und fand ihn: Ernest Beaux erläuterte ihr seine Forschungen über Aldehyde, die in sparsamer Dosierung blumigen Noten einen luftig-leichten Dufthauch verleihen. Wichtig war der Kosmopolitin auch, dass die Komposition aus verschiedenen Nuancen bestehen sollte. Dieser geradezu hellseherische Anspruch lässt die Umwälzung erahnen, die N°5 in der Welt der Parfums auslösen sollte. Denn damit stand diese Kreation in krassem Gegensatz zu den damals modernen mono-floralen Düften. Beaux entwickelte also eine völlig neue olfaktorische Struktur ohne vorherrschende Note, dafür aber mit einer bunten Fülle an Blumenakzenten. Er verarbeitete nicht weniger als 80 Bestandteile und verstärkte ihre Duftintensität durch Aldehyde, die hier zum ersten Mal in einem bis dato unbekannten Umfang eingesetzt wurden. Dann kam die Stunde der Wahrheit: Er legte seine Komposition Gabrielle Chanel vor, die erst, so erzählt man sich, die fünfte Version dieser neuen Duftkreationen akzeptierte, ihr jedoch noch Jasmin aus Grasse in beträchtlicher Menge hinzufügen lies. Die Fünf hatte Symbolwert für Coco Chanel. Auch ihre Modenschauen fanden immer am 5. Mai statt, die Zahl Fünf war ihre Glückszahl. Und Mademoiselle Chanel hatte damit den richtigen Riecher: Auch 90 Jahre später ist Chanel N°5 das meistverkaufte Parfum aller Zeiten. Damit hat Chanel nicht nur die Garderobe, sondern auch den Duft der Frauen revolutioniert. Es war ihr einerseits gelungen, dank Beaux’ Genialität ein überwältigendes, einzigartiges Bouquet zu schaffen, ein Konzentrat an Weiblichkeit, das sich grundlegend von all den anderen Düften dieser Zeit unterschied, und weiters waren auch Name und Flakon revolutionär. Um einen Kontrapunkt zur oft kitschig-verspielten Aufmachung der Jahrhundertwende-Parfums zu setzen, entschied sich Coco Chanel für einen eleganten, schlichten, markanten Flakon, den sie selbst entwarf. Er sollte durch formale Strenge überzeugen und den Fokus auf das Wesentliche lenken: den Inhalt. Auch das Label war äußest schlicht: ein Stempelaufdruck, der einer einfachen Matrikelnummer glich. Diese Ästhetik war interessanterweise auch Epochen später noch zeitgemäß und ist es bis heute. Anfangs nur in einer limitierten Auflage von 100 Flakons als Weihnachtsgeschenk für ausgewählte Kundinnen gedacht, ging Chanel Nº5 aufgrund der hohen Nachfrage 1922 in Serie und wurde – wie Coco es wünschte – zu dem Klassiker der Duftindustrie schlechthin.

Ungefähr zur gleichen Zeit, als Coco Chanel ihren berühmtesten Duft N°5 auf den Markt brachte, begann Jean Patou mitzumischen. Sein wohl größter bleibender Erfolg war Joy (1931). Dieses Parfum sollte jegliche Vulgarität vermeiden, „koste es was es wolle“. Und kosten tat es. Joy enthielt Bulgarische Rose und Jasminabsolue, zwei der noch heute kostspieligsten Essenzen, neben ungewöhnlichen Synthetika, die ebenfalls teuer und schwierig herzustellen waren. Der Duft war augenblicklich erfolgreich. 

Abgesehen von Coco Chanel gab es noch zwei weitere Frauen, die in der Zwischenkriegszeit in Frankreich außerordentlich erfolgreich waren: Jeanne Lanvin und Elsa Schiaparelli. André Fraysse war Lanvins Parfumeur. 1927 schuf er das berühmte

Arpège, nach dem Musik-Fachausdruck „Arpeggio“, dem es mit seiner Ausstrahlung nacheiferte. Ein Duft, reich an Jasmin und anderen Blüten, warm und anziehend. Shocking (1937)war Schiaparellis Keyduft. Shocking Pink, ihre Lieblingsfarbe, war Namenspatin, der Duft selbst war warm mit Patchouli und Hyazinthen. Aufsehenerregend war auch der Flakon, der einen Frauentorso darstellte.

Die Couturiers und Modeschöpferinnen waren eine gewichtige Fraktion in der Duftherstellung geworden. Ihnen gegenüber standen die traditionellen Dufthäuser wie z.B. Guerlain. Drei der großen legendären Düfte Jacques Guerlains entstanden zwischen 1919 und 1932: Mitsouko (1919), Shalimar (1925, siehe Klassiker Seite 44) und das nach einem Roman von Antoine de Saint-Exupéry benannte Vol de Nuit (1932). 

Bei Coty wurde man in den 20ern auf einen Mann aufmerksam, der schon bald eines der berühmtesten Kosmetikhäuser der Welt gründen sollte: Armand Petitjean wurde zunächst mit der Leitung der brasilianischen Coty-Niederlassung bedacht und kurz darauf zum Generaldirektor des französischen Mutterhauses. Im Rahmen dieser Tätigkeit erwarb er Fertigkeiten und Fähigkeiten und

entwickelte die für die Parfumschöpfung unerlässliche „Nase“. Nach dem Tod von François Coty verließ Petitjean die

Firma, um am 21. Februar 1935 seine eigene elitäre Luxusmarke für Parfum und Kosmetik zu gründen: Lancôme. Eine ganze Reihe von Cotys Mitarbeitern ging mit ihm: die Brüder d’Ornano für den kommerziellen Bereich, der GlaskünstlerGeorges Delhomme für den Entwurf der Flakons und Schatullen, der Chemiker Pierre Vélon und der Jurist Edouard Breckenridge. Die Parfums entwickelte Petitjean selber, so wie er auch die begleitenden Texte entwarf. Bereits einen Monat später kamen fünf Parfums, zwei Eaux de Cologne, ein Puder und mehrere Lippenstifte auf den Markt. Es gelang Petitjean auch, die Teilnahme an der Weltausstellung in Brüssel zu arrangieren, wo die Marke offiziell lanciert und prompt prämiert wurde. Die Einrichtung einer eigenen Fabrik in Courbevoie und einer Boutique im noblen Pariser Faubourg Saint-Honoré in der gleichnamigen Straße (Hausnummer 29) gingen der spektakulären Entwicklung des Unternehmens voraus, das in sechs Monaten 31 Märkte erobert hatte. 

Schon 1935 wünschte sich Armand Petitjean Pflegeprodukte von höchstem Niveau, vergleichbar mit seinen Parfums. Aus diesem Grunde wandte er sich der Wissenschaft zu. 1936 brachte Lancôme Nutrix auf den Markt, eine intensiv nährende Creme, die Dank der wissenschaftlichen Erkenntnisse und Arbeiten der Doktoren Medynski und Simonnet und des Chemikers Pierre Velon entwickelt werden konnte. Eine reichhaltige Creme, die die Vitalität der Haut schützt und durch Stimulierung der Zellaktivität die Hautzellen unterstützt.

Dann erneut ein Rückschlag für die Kosmetikindustrie – der Zweite Weltkrieg ließ die Menschen an anderes denken als an betörende Düfte, und die Industrie stand kurz vor dem Ruin. Aber nicht einmal das konnte Petitjean einbremsen: Mit unermüdlichem Schöpfergeist gründete er im Februar 1942 die „Ecole Lancôme“ genannte hauseigene Schule, in welcher er sein „Charme-Kommando“ ausbilden ließ, Kosmetikerinnen und Botschafterinnen für die Eroberung neuer Märkte in der ganzen Welt.   

Nach dem Krieg war Christian Dior einer der ersten, der mit einem Schlag den grauen Kriegslook vergessen machte: er präsentierte schwingende Röcke, schmale Taillen und bloße Schultern. Dazu passten sein Miss Dior (1947), Diorama (1949) und Diorissimo (1955). Die Dior-Düfte wurden bereits damals von der Moët-Gruppe finanziert, die auch heute noch die Geschicke des Hause lenkt. In diesen Jahren betrat auch ein Mann, der von sich selbst behauptet, „ich bin ja eigentlich langweilig“, die Pariser Modeszene: Karl Lagerfeld. Von 1958 bis 1963 künstlerischer Direktor bei Jean Patou. Im Anschluss daran wechselte Karl Lagerfeld 1963 als künstlerischer Direktor zu Chloé. 

Revolution

Während der späten 50er und 60er Jahre prosperierte die westliche Welt wie nie zuvor und mit ihr auch alles, was Luxus und Eleganz verhieß. Nach dem Tode Diors trat ein Mann in seine Fußstapfen, dessen Initialen schon bald zu den berühmtesten der Welt zählen sollten: der 21-jährige Yves Saint Laurent. Nach dem Weggang von Dior wurde YSL nicht nur zum Meister außergewöhnlicher, avantgardistischer Couture, auch seine innovativen Düfte und die damit verbundenen Skandale sind bis heute unvergessen. Immer wieder schockierte der eigentlich schüchterne und zurückgezogene Künstler: So etwa 1971, als sein erster Herrenduft YSL pour homme auf den Markt kam. Yves Saint Laurent zog sich kurzerhand für die Werbekampagne aus und posierte nackt auf einem Samtkissen. Auch die Lancierung seines orientalischen Damendufts Opium 1977 zog den Groll so mancher Moralapostel auf sich. Immerhin hatte sich der gebürtige Algerier einen recht provokanten Namen für seine Kreation ausgesucht, die mit ihren würzigen, sinnlichen Akkorden die Sehnsüchte der modernen Frauen verkörperte und die Übertretung von Tabus suggerierte. 

Die Revolution, die YSL in den 60er Jahren verkörperte, ging weiter und 1978 erregte Karl Lagerfeld mit seinem ersten Herrenduft „für mutige Männer“ Aufsehen. 

In die 70er Jahre fällt auch die Firmengründung Sisleys (1976), welche als eine der ersten Marken auf die Kraft der Natur setzte. Der elegante Sir, der die Firma ins Leben gerufen hat, verfügt über einen Namen, der in der Kosmetik Tradition hatte: Graf Hubert d’Ornano ist der Sohn eines der Lancôme-Mitbegründer. Kosmetik liegt eben im Blut. In den ersten Jahren konzentrierte man sich ganz auf die Schaffung hochwertigster Naturkosmetik, bis 1990 der erste Duft des Hauses Eau du Soir sofort ein Erfolg wurde.  

Die Neunziger gehörten vor allem den „jungen Wilden“, die das Terrain eroberten, um Düfte zu schaffen, die auch heute noch in den Badezimmerregalen stehen: Man denke an Angel (1992), mit dem sich Thierry Mugler ein Denkmal gesetzt hat, an den transparenten Duft L’Eau d’Issey des japanischen Designers Issey Miyake, der bis heute aus den Regalen der Beauty-Stores nicht mehr wegzudenken ist. Meilensteine sind auch Jean Paul Gaultiers Classique (1993), ein sinnlicher Damenduft in einem Flakon, der eine Frauenbüste im Korsett darstellt und Le Male, das männliche Pendant dazu, das einen Männertorso darstellt.  Sein Schöpfer, der von sich selbst behauptet: „Ich wollte eigentlich nie berühmt sein“, galt lange Zeit als Enfant terrible der französischen Mode. 

Weniger wild, dafür aber umso eleganter gestaltete sich Giorgio Armanis Eintritt in die Welt der Düfte. Begonnen hat die Geschichte der Armani-Parfums mit seinem ersten Damenparfum Armani im Jahr 1982. Zwei Jahre später folgte dann Armani pour Homme. 1995 schließlich wurde jene Duftserie lanciert, die zum absoluten Klassiker des Hauses wurde: Acqua di Giò für Damen und in Folge Acqua di Giò Homme, das bis heute einer der meist verkauften Herrendüfte der Welt ist. 

 

Wer schaffte die Jahrtausendwende? 

Imperien, die Jahrzehnte überdauern, gibt es zum Glück viele. Und auf legendäre Firmengründer(innen) wie Coco Chanel, Christian Dior, Jacques Guerlain oder François Coty folgten andere, die ihr „Werk“ fortsetzten. Dior und Guerlain gehören heute beide zur LVMH Group. Bis 2002 war bei Guerlain noch immer ein Familienmitglied für die Duftherstellung verantwortlich, aber mit dem Ruhestand Jean-Paul Guerlains ist es damit vorbei. Coty ist heute ein Kosmetikmultikonzern, zu dem unter anderem so erfolgreiche Marken wie Lancaster, Chloé, Bottega Veneta, Balenciaga, Jil Sander, Joop! oder Marc Jacobs gehören. Chanel ist heute nach wie vor ein unabhängiger Konzern. Auf Ernest Beaux folgte längst die Meisternase Jacques Polge und ihm wiederum sein Sohn Olivier Polge. Jeder Duft des Hauses wird nach wie vor ein großer Erfolg. Lancôme gehört seit 1974, fünf Jahre nach dem Tod des Sohnes Petitjeans, zur L’Oréal-Group, die unter anderem auch die Düfte und Kosmetik der Altmeister Yves Saint Laurent, Giorgio Armani und Valentino vertreibt. Sisley ist eines der wenigen Familienunternehmen, die stetig weiter den Erfolg ausgebaut haben und wo bereits die nächste Generation mit Philippe, Elizabeth und Christine fest in der Firma eingebunden ist.

Thierry Mugler gehörte lange Zeit zum Clarins-Konzern bevor die Marke in Kürze zu L'Oréal wechseln wird, Gaultier wird vom spanischen Konzern Puig vertrieben,  Miyake von Beautè Prestige Internationall. Und Kaiser Karl? Der ist leider 2019 von uns gegangen nachdem es ihm gelang bereits zu Lebzeiten zur Legende zu werden. Sein Stil war einzigartig, was er anfasste, wurde zum Erfolg – egal ob für Chanel oder für seine eigenen Linien, egal ob Duft, Mode oder Fotografie. Vivienne Ward hat sein Erbe angetreten, keine leichte Aufgabe aber ihre ersten Kollektionen der Ära-Nach-Karl zeigen dass Chanel eben Chanel ist – immer fähig sich neu zu erfinden, ohne die Tradition außer Acht zu lassen.